die Chroniken von Siebenbergen - Band 1 - die purpurrote Königin

die Chroniken von Siebenbergen | Band 1

die purpurrote Königin

Die Geschichte von Schneewittchens Mutter

Ein Dark-Fantasy-Roman über eine Prinzessin, einen König mit sieben Schlüsseln und eine Göttin, die durch die Wälder wandelt.

Ian Newig  ·  Dark Fantasy  ·  Für Leser ab 18
Das Buch

Worum es geht

Dalia, Prinzessin von Eichengrund, träumt von einem besseren Leben. Sie will raus aus dem düsteren Sumpfreich, über dem der Himmel von Rußwolken verdunkelt wird. Fort von den finsteren Kreaturen, die im dunklen Wald auf die Bewohner von Eichengrund lauern.

Als König Unar, der Herrscher von Siebenbergen, um ihre Hand anhält, nimmt sie freudig an. Doch hinter der glänzenden Fassade von Hochmars weißer Stadt verbergen sich Wahrheiten, die sie sich nicht einmal in ihren schlimmsten Träumen vorstellen konnte.

Ein Pakt mit der Anderswelt und ihr Wille zu leben machen aus der unschuldigen Jungfrau eine Mutter, die bereit ist, dem mächtigsten Mann im Land entgegenzutreten.

Eine Reise zu den Anfängen des Schneewittchen-Märchens. Zurück zu den vorchristlichen Ursprüngen, als die Göttin noch durch die Wälder wandelte und den Jahreskreis vorantrieb.

„Der Wald ist der Ort der Wandlung. Sei achtsam welchen Weg du einschlägst.“

Die Welt

Siebenbergen

Das Land in dem die Grenze zur Anderswelt offen steht und die Wesen von Gestern, Heute und Morgen unter den Menschen wandeln.
Eine Welt im Wandel, zwischen Licht und Dunkelheit, Leben und Tod. Der Ort an dem Helden geboren werden und in der sie die Geschichten selber schreiben.

Siebenbergen

Das Land hinter den sieben Bergen dessen Gipfel so hoch in den Himmel ragen, das kein Mensch sie je gesehen hat. Geteilt in sieben Königreiche, Hochmar, Eichengrund, Schneeberge, Feuergebirge, Dorntal, Flussland, Brunnental, leben die Menschen mit den Kreaturen der Anderswelt. Die alte Göttin treibt das Jahresrad voran und der gehörnte Gott streift durch den dunklen Wald. 

Der dunkle Wald

Wer hineingeht, kommt mit weniger heraus, als er hineintrug. Oder gar nicht.

Hochmar

Das mittlere Königreich, die Kornkammer des Landes. Sitz von König Unar, dem Herrscher über ganz Siebenbergen.

die weisse Stadt

Es lebt in Liedern und Reimen. Hinterlässt Brot am Waldrand. Und weiß, warum.

Figuren

Wer in Band 1 wartet

Dalia

Prinzessin von Eichengrund

Auf der Suche nach einem Ausweg findet sie ein neues Leben – jetzt liegt es an ihr, was sie daraus macht.

König Unar

König von Siebenbergen

Fünf Frauen hat er zur Hochzeit geführt. Im Volk heißt er der Blaue.

Lady Gwen

Hofdame

Die Einzige, der Dalia in der weißen Stadt vertraut. Vielleicht zu schnell.

Jaron

Prinz von Eichengrund · Jäger

Manche Menschen gehören der Anderswelt und sind doch verankert im Hier und Jetzt.

Leseprobe

Die ersten Seiten

Die purpur Rote Königin · Die Chroniken von Siebenbergen Band 1

Die purpur Rote Königin

Es war einmal in einem Land, das lag verborgen in einem Ring aus Felsen. Seine sieben Gipfel ragten so hoch in den Himmel, dass kein Sterblicher sie je zu Gesicht bekam.

Kapitel 1 – Dalia

26. Hornung – Eichengrund

Dalia erwachte früh am Morgen, noch lag die Welt im Dunkeln. Das Feuer in ihrem Kamin war fast erloschen, die winzige Flamme erhellte gerade noch die groben Steine, zwischen denen sie brannte. Das Geräusch, welches sie aus ihren Träumen gerissen hatte, kam aus der Kammer ihrer Eltern, die unmittelbar neben ihrer eigenen lag. Es war die knarzende Diele. Ihr Vater, König Wulbert, hatte wieder eine seiner rastlosen Wanderungen begonnen. Seufzend ließ sie sich wieder in die Kissen sinken, zog fröstelnd die Felldecke bis ans Kinn.

Am Bettende erhob sich ein Schatten, reckte sich und trampelte dann über ihre Beine auf ihre Brust, wo er sich schnurrend niederließ. „Guten Morgen Muschke, habe ich dich geweckt?“ Dalia befreite eine Hand von unter der Decke und kraulte dem Kater den Kopf. Das Tier antwortete mit einem wohligen Schnurren. „Tut mir leid, Vaters Marotte hat mich geweckt.“ Sie gähnte herzhaft. „Dabei habe ich so schön geträumt. Von einem hübschen jungen Mann, der sich durch die Schrecken des dunklen Waldes zu uns nach Eichengrund gekämpft hat um, um meine Hand anzuhalten.“ Sie drückte ihr Gesicht in das weiche Fell und kraulte Muschke hinter den Ohren. Eine Weile hielt es sie noch im warmen Bett. Das Knarzen der unruhig wandernden Schritte mal lauter, mal leiser, je nachdem wohin ihr Vater wanderte. Dann brach es ab. Eine Tür öffnete sich, fiel ins Schloss. Die Schritte bewegten sich jetzt auf dem Gang und verhallten schließlich.

Ein letztes Strecken und Recken, dann schlüpfte Dalia unter der Decke hervor, wusch sich, zog sich an und ging zum Fenster, um die Läden zu öffnen.

Sie beugte sich vor, sah auf das Land hinaus, das sich vor der Feste erstreckte. Unter ihr lag der Hof von Högi, seine Scholle grenzte an die Mauer ihres Zuhauses. Wie jeden Morgen hatte Högis Tochter Maja, das jüngste seiner Kinder die Ziegen aus dem Stall getrieben, kaum das es hell genug war. Auf einem Stein sitzend sah die Kleine zu, wie die Tiere das gelbe Gras rupften und die Blätter von den dornigen Büschen fraßen. Um sich die Zeit zu vertreiben, sang sie.

Ihr Lied kam in Fetzen bei Dalia an, je nachdem, wie der Wind stand. Am Ende jeder Zeile fiel die Melodie ab. Dalia hatte es viele Male gehört, kannte alle Worte, denn Maja sang es jeden Morgen. Muschke sprang zu ihr auf den Fenstersims, folgte ihrem Blick. „Hörst du Majas Lied Muschke? Ich werde es Mutter vorsingen. Seit sie sich in ihrem eigenen Kopf verirrt hat, ist sie mir fremd geworden. Aber die alten Lieder locken sie hervor und dann erkenne ich meine geliebte Mutter wieder in der fremden Frau zu der sie geworden ist.“ Sie drückte dem Kater einen Kuss auf den Kopf, dann hob sie die Hand, um Maja zu winken. Das Mädchen sah zu ihr auf, hob die ihre, ohne ihr Lied zu unterbrechen.

Nahe an der Feste, am Tor stand ihr Dalias Vater, wie jeden Morgen in den letzten fünf Jahren. Das Gesicht zum Weg, die Hände auf dem Rücken, bis der Nebel aus der Senke stieg. Dann kam er herein und aß mit ihnen. Es war eine seiner Marotten, wie das Räuspern vor jedem Satz, wenn er etwas Ernstes zu sagen hatte, oder die Eigenart zu den Hunden zu sprechen, wenn er sich mit seinem Sohn unterhielt.

An diesem Morgen kam ein Reiter auf einem kleinen, struppigen Pony aus dem Nebel. „Sieh nur Muschke, wie ungewöhnlich.“ Grüßend beugte er sich zu Wulbert hinunter, ihr Vater nickte ihm zu und griff nach etwas Hellem in der Hand des Anderen. Wulbert warf nur einen kurzen Blick darauf, dann steckte er es in seinen Gürtel. „Ein Bote, ich frage mich, welche Neuigkeiten er bringt.“ Neugierig reckte sie sich noch etwas weiter aus dem Fenster, doch das sie war zu weit entfernt, um Details zu erkennen. Kurz sprachen die beiden Männer noch miteinander, dann wendete der Bote sein Pony und trabte davon. Das Spärlichlicht, wie die Menschen in Eichengrund das fahle Licht getauft hatten, das durch den dicken Wolkenteppich fiel, verschluckte ihn. Als sie ihren Blick wieder zum Tor richtete, war ihr Vater bereits verschwunden.

Eilig machte sie sich auf den Weg zum Morgenmahl, um zu erfahren, welche Nachricht gerade eingetroffen war.

Sie wartete den ganzen Vormittag darauf, dass Wulbert davon erzählte.

Er tat es nicht.

***

Abgesehen von dem geheimnisvollen Brief, verging dieser Tag wie alle anderen zuvor. Dalia saß am Feuer bei ihrer Mutter, stickte singend und kehrte regelmäßig zu ihrem Fenster zurück, um einen Blick in die trübe Welt von Eichengrund zu werfen.

Majas Ziegen wechselten zwischen dem Platz an der Mauer und der Senke hinter welcher der dunkle Wald in diesiger Ferne lag. Aus den Tümpeln, die sich überall gebildeten hatten, drangen klagende Laute, die sich in die Melodie des Mädchens mischten. Die Schlammspringer erwachten und stimmten ihr abendliches Konzert an. Für Maja war es das Zeichen, die Ziegen zusammenzutreiben und nach Hause in den sicheren Stall zu bringen, bevor die Menschen sich für die lange Nacht einschlossen.

Dalia sprang vom Fenstersims, zog die Läden zu. Am Kamin wärmte sie die klammen Hände, zog den Umhang enger. Die feuchte Kälte kroch aus dem Boden durch jede Ritze. Draußen knarrte das Haupttor, zweimal, der rechte Flügel hakte. „Elfara!“ Dalia stürzte aus der Kammer, den Gang hinunter. Die alte Köchin kam jeden Morgen und blieb, bis das Abendmahl auf dem Tisch stand. Seit ihr Mann krank im Bett lag, ging sie gegen Mittag heim, um der Tochter unter die Arme zu greifen, und kehrte am Nachmittag zurück. Heute war sie später als sonst.

In der Küche schlug Dalia der Geruch des Herdfeuers entgegen, gemischt mit den ersten aufgeschnittenen Zwiebeln. „Dalia, ich hab mich schon gefragt, wo du bleibst.“ Elfara breitete die Arme aus, und Dalia warf sich hinein.
„Wie geht es Jube?“ Er hatte viele Jahre in den Ställen der Feste gearbeitet. Jetzt hatte er gerade noch genug Kraft, um selbstständig auf die Latrine zu gehen.
„Ach, Kind.“ Elfara strich ihr übers Haar. „Mach dir um den Alten keine Sorgen. Er liebt mich zu sehr, als dass er mich allein ließe.“ Eine Träne trat ihr in die geröteten Augen. Sie wischte sie fort und wandte sich den Rüben zu. „Elfara, erzähl mir eine Geschichte. Etwas zum Träumen für heute Nacht.“
Die Köchin lächelte. „Du kennst doch längst alle auswendig.“
„Vielleicht. Aber du fügst jedes Mal etwas Neues hinzu.“ Wenn Elfara erzählte, roch Dalia die staubigen Straßen fremder Länder, spürte die Sonne auf ihrer Haut, die sie nie gesehen hatte.
„Lass mich überlegen. Was heute?“
„Nichts aus dem Bergreich“, fiel ihr Dalia ins Wort. „Nach nacktem Fels und Trollen ist mir nicht.“
„Nicht?“ Elfara sah über die Schulter. „Dort gibt es mehr als Ruß und verschwitzte Schmiede.“ Sie legte die letzte Rübe beiseite und griff zu den Zwiebeln.
„Mag sein. Ich will etwas Schönes hören.“
„Schön.“ Elfara wog das Wort. „Ach, Kind. Schönheit vergeht, bei Mensch und Land. Ob es da draußen noch einen wirklich schönen Ort gibt, weiß ich nicht.“ Sie zuckte die Schultern. „Zuhause ist es am schönsten. Zuhause ist dort, wo man dich liebt.“ Eine Träne stand ihr wieder in den Augen; sie ließ sie stehen. „Also nichts aus den Bergen. Und die Schneeberge, nehme ich an, fallen auch weg?“
Dalia nickte. Aus dem eisigen Reich, wo die Menschen Sommer wie Winter froren, wollte sie erst recht nichts hören.
„Dann bleiben Brunnental, Flussland, Dorntal.“
„Brunnental klingt nett. Aber Flussland, all das Wasser.“ Sie schüttelte sich. „Beim letzten Mal hast du mir von den Fischmenschen erzählt. Fischschwänze und Ertrunkene, nein, davon will ich nichts mehr hören.“
„Die Rosengärten von Dorntal? Nirgends duftet es betörender.“
„Lauern unter dem Duft nicht Ranken mit Dornen so groß wie Schwerter, die jeden durchbohren, der die Grenze überschreitet?“ Dalia zog einen Stuhl heran, setzte sich verkehrt herum, das Kinn auf die Lehne. „Erzähl mir von der weißen Stadt.“
Elfara lachte. „Das hätte ich mir denken können. Also gut.“
„In der weißen Stadt sind die Menschen glücklich. Der Himmel ist blau, und die Sonne wärmt dein Gesicht.“
Dalia schloss die Augen. Sie kannte ausschließlich feuchte Kälte und den blassen Lichtschein.
„Das Land ist fruchtbar. Auf den Feldern reift goldenes Korn, und das Wasser des silbernen Sees ist so klar, dass du bis auf den Grund sehen kannst.“
In Eichengrund waren die winzigen Tümpel trüb und verschlammt. Jaron, der zur Jagd hinauszog, hatte ihr von den brackigen Wassern erzählt, aus denen jeden Abend die knotigen Schlammspringer krochen. Wesen der Anderswelt, Fisch und Kröte zugleich, mit klobigen Köpfen und Glubschaugen. Auf vier krallenbewehrten Brustflossen zogen sie sich ans Ufer, blähten die Kehlsäcke auf und klagten in die Nacht.
In ihrer Kindheit hatte er ihr einen ins Kleid gesteckt. Bis heute erinnerte sie sich an die glitschige Kreatur, die mit ihrem dicken Schwanz hin und her schlug und einen klebrigen Schleim auf ihrer Haut hinterließ.
„Man nennt ihn das Auge der Welt.“ Elfaras Stimme holte sie zurück. „Der See liegt im Herzen von Siebenbergen und blickt wie ein großes Auge in den Himmel. Man erzählt sich, dass der schwarze Drache einst sein schreckliches Antlitz darin bewundert habe.“ Sie legte eine dramatische Pause ein. „Schon von Weitem siehst du die weißen Türme. Einen für jedes Reich“, fuhr sie fort.

„Sieben“, murmelte Dalia.

„Fischer fahren in weißen Booten hinaus, holen Barsch und Hecht, Karpfen und Schleie. Alles wandert in den Topf.“

Dalia lächelte. Elfara fand stets einen Grund, von Essen zu schwärmen. „Hast du je Fisch gekostet?“

Die Köchin hielt inne, legte das Messer aus der Hand. „Oh ja. Als wir hier noch den Himmel sahen, da waren diese Pfützen Teiche und Flüsse. Jube zog los und brachte alle sieben Tage einen dicken Fisch heim. Es gibt nichts Besseres als Forelle über dem Feuer geräuchert.“ Sie ergriff Dalias Hände. „Ich wünsche dir einen guten Mann, der dir all das zeigt, was die Welt zu bieten hat.“

Das wünschte Dalia sich ebenfalls. Oft stellte sie sich vor, wie ein Reiter aus einem Land, in dem die Sonne schien, den Weg zu ihr fand. Wie er die Hand nach ihr ausstreckte und sie auf sein weißes Pferd hob und sie fortbrachte. Ein Traum. Seit Jahren hatte es niemand mehr gewagt, den dunklen Wald zu durchqueren. Selten kam ein Reisender oder Bote über die Wege aus den Bergen in ihr winziges Königreich.

„Elfara? Wenn er mir die Welt zeigt, was tue ich dann?“

Die Köchin stutzte. „Na, du siehst sie dir an.“

„Ach, das ist doch nichts anderes als das, was ich jetzt schon den ganzen Tag tue. Zusehen, statt teilhaben. Nein, ich will etwas tun.“

Mit einem seltsamen Blick tätschelte die alte Köchin ihr die Hand. „Wo war ich? Ach ja. Eine Brücke führt über den See, sieben Tore musst du durchfahren, ehe du in die Stadt kommst. Eine Mauer umschließt die ganze Insel, hinab bis ans Wasser. Niemand hat sie je erobert.“

„Das klingt wie Eichengrund. Ein Ort, abgeschnitten vom Rest der Welt.“

Elfara lachte. „Nein, Kind. Die weiße Stadt und Eichengrund haben nichts gemein. Bei uns gibt es nicht einmal mehr große Dörfer. Seit die letzte Familie Hainweg verlassen hat und in Goldhorn nur noch eine Handvoll Alte sitzt, sind wir kaum mehr als ein Bauernreich.“ Sie hielt inne. „Einmal, und das habe ich dir bestimmt schon hundert Mal erzählt, war ich dort, in der Stadt auf dem Spiegelsee.“

„Spiegel?“

„Früher, ehe Unar den Thron bestieg, hieß das Wasser Spiegelsee.“

„Dann hat er ihn umbenannt. Warum?“

Elfara zögerte einen Atemzug lang. „Das weiß ich nicht. Frag ihn, wenn du die Gelegenheit bekommst.“ Sie strich Dalia über das dunkle Haar und küsste sie auf den Scheitel, zwinkerte ihr neckisch zu.

„Erzähl weiter. Wie war die Stadt, als du dort warst?“

„Voller Wunder. Feuerzauber, der brennende Bilder an den Nachthimmel malt. Holzmännlein, die auf dem Marktplatz tanzen, ohne Stricke oder Puppenspieler.“ Sie hob den Kochlöffel und deutete auf Dalia. „Und einen sprechenden Esel habe ich gesehen.“

Dalia schüttelte lachend den Kopf. „Das glaube ich dir nicht. Dafür bin ich zu alt.“

„Wie du meinst. Dann überzeugst du dich eben eines Tages selbst. Sprechende Esel, sagt Jube, werden uralt.“

„Dann muss es stimmen. Keiner kennt sich besser mit den Grautieren aus als er.“ Dalia lachte. „Und die Stadt, wie sieht sie aus?“

Elfara wandte sich zum Topf. „Häuser, drei, vier Stockwerke hoch. Blumen und Bäume in jeder Gasse. Das pralle Leben, überall. Gaukler, Musiker. Ach, die Musik. Nichts gegen Oles Panflöte, so gern ich ihm auch zuhöre, aber das, was ich dort gehört habe …“

„Und die Menschen?“

Elfara wischte die Hände an der Schürze ab und fuhr mit dem Lappen über die Arbeitsplatte. „Städter eben. Feine Leute in ausgefallenen Kleidern. Es wird gefeiert und gezecht. Eine gehobene Verkommenheit. Sie essen nicht, sie schlingen das Leben in sich hinein, bis auch das ausgefallenste Mahl nur noch langweiliger Brei ist.“ Sie schmeckte den Eintopf ab. „So. Das Mahl ist fertig. Habe ich dir genug Bilder in deinen hübschen Kopf gesetzt, damit du heute Nacht schöne Träume hast?“

Dalia stand auf und schob den Stuhl zurück. Der Duft von Rosmarin und Thymian umgab die Köchin. „Ja, das hast du.“

Sie legte ein Scheit in den Ofen, nahm Schalen und Löffel und ging voraus in die große Halle. Elfara folgte mit dem Topf.

***

Königin Mathild saß am Kopf des langen Ebenholztisches, als Dalia die große Halle betrat. Sie sang ein Lied aus Dalias Kindertagen, vom Holzmännlein und seinem Moosweiblein, die mit ihren Kindern von Baumstumpf zu Baumstumpf durch den Wald sprangen. Ihre Mutter hatte viele Lieder über die Anderswelt gekannt. Heute erinnerte sie sich an keines mehr, und Dalia bedauerte es. Sie hatte bei ihr am Feuer gesessen und gelauscht, stundenlang. In den letzten Jahren waren die Gedanken der Königin wirr, verhedderten sich wie die Wollfäden ihrer Stickereien. Die Wörter verblassten, was blieb, war die Melodie.

„Mutter.“ Dalia küsste sie auf die Wange. Mathild lehnte sich an sie, ohne ihr Summen zu unterbrechen.

„Ah, Dalia. Da bist du.“ Wulbert trat ein. Graue Strähnen durchzogen seinen schwarzen Bart, das Haar fiel ihm in dichten dunklen Locken auf die Schultern. Er durchmaß die Halle in wenigen Schritten und zog sie an sich. Ihr Vater war groß wie ein Bär und sanft wie der Kater, den sie jeden Abend in ihre Kammer holte.

„Meine Liebste.“ Wulbert griff Mathilds Hand, die unablässig über eine Stickerei strich, und führte sie an seine Lippen. Die Königin lächelte, ihr Blick ruhte in der Ferne. Der König von Eichengrund setzte sich neben sie, Dalia nahm zu ihrer Linken Platz. „Wo steckt Jaron?“, fragte Wulbert.

„Sicher noch bei den Pferden im Stall“, sagte Dalia.

Elfara trug die kräftige Brühe aus Kräutern, Beeren und Wild auf. „Dann fülle ich seine Schüssel nicht auf, sonst wird alles kalt. Ist der Junge bei seinen Tieren, vergisst er den Rest der Welt.“ Sie hängte den Topf über die Flammen.

„Danke, Elfara. Aber mach dich auf den Heimweg, es ist spät. Ich will nicht, dass …“

Die Alte winkte ab. „Unsinn. Nur weil mein Jube lahm ist und mich nicht mehr heimbringt, holt mich noch lange nicht der Nekk.“

Wulbert lachte, ein tiefes Bellen, das die Hunde am Feuer hochfahren ließ. Sie hoben die Köpfe, sahen sich um, und als sie erkannten, dass es das Lachen ihres Herrn war, streckten sie sich beruhigt aus.

Dalia trat zu Elfara und umarmte sie. „Richte Jube meine Genesungswünsche aus. Und grüße deine Hedda von mir.“

Der Gesang brach ab. „Hab Dank, große Mutter, für diese Speise. Gesegnet sei der Lauf des Rads.“ Sie machte ein Zeichen mit den Fingern der rechten Hand. Dalia und Elfara ahmten es nach. Einen Atemzug lang lag Stille über der Halle. Dann summte die Königin weiter.

Elfara verabschiedete sich. Wulbert und Dalia griffen nach den Löffeln.

Jaron kam erst, als sie ihre Schüsseln längst geleert hatten.

„Du kommst schon wieder zu spät“, tadelte Dalia ihren Bruder. Jaron setzte sich schulterzuckend. Sie griff nach seiner Schale und füllte sie am Topf.

„Hier.“ Sie schob ihm das Essen hin. Er schlang es hinunter, als hätte er tagelang gehungert. Kopfschüttelnd sah ihm seine Schwester zu.

Wulbert hatte Mathild einen Stuhl an den Kamin gestellt. Dort saß sie und stickte. Oder versuchte es. Ihre Stiche hatten ihre Präzession verloren, jetzt waren die Motive kaum zu erkennen. Fäden hingen lose im Stickrahmen.

Dalia trug das leere Geschirr in die Küche. Den Abwasch würde Elfara am Morgen erledigen.

Kaum hatte der junge Mann den letzten Rest hinuntergeschlungen, stand er auch schon wieder auf.

„Und unsere Partie von gestern? Du schuldest mir ein Rückspiel.“

Jaron wischte sich den Mund am Ärmel ab. „Tut mir leid, Schwesterchen. Ich hab noch zu tun.“ Er durchmaß wie sein Vater zuvor den Raum mit wenigen Schritten. An der Kellertür hielt er inne, als lauschte er, dann ging er hinunter.

„Du und deine Fallen“, murmelte Dalia.

„Dann spiele ich gegen dich.“ Wulbert holte das Brett vom Regal und stieß dabei seinen alten Helm an. Scheppernd fiel er zu Boden. „Ach, das alte Ding.“ Murmelte er, als er sich danach bückte. Verbeult und mit rostigen Stellen. „Nur ein Relikt der Vergangenheit.“ Er legte ihn zurück, ging zu seiner Tochter und stellte die Steine auf. Er bemühte sich, das Zittern seiner Hände zu verbergen, als er die Steine setzte. Seit einigen Jahren gehorchten ihm die eigenen Finger nicht mehr. Auf der letzten Jagd im Herbst hatte er dreimal den Hasen verfehlt, auf den er angelegt hatte, seitdem war er nicht mehr mit Jaron hinaus geritten. Auch ein Schwert hatte er seit Jahren nicht mehr geführt. In einem unbedachten Moment hatte er sich dazu hinreißen lassen seiner Tochter von den blinden Flecken zu erzählen, die er sah.

„Gewonnen!“ Dalia lachte.

Wulbert warf die Hände in die Luft. „Ich gebe auf. Gegen dich habe ich keine Chance.“

Dalia streckte sich und verbarg ein Gähnen hinter der Hand. „Gut. Dann gehe ich ins Bett.“ Er kam um den Tisch und drückte ihren Kopf an seine Brust. „Schlaf ruhig, mein Kind.“

„Das wünsche ich dir auch, Vater.“ Sie sah zu ihrer Mutter hinüber.

Wulbert folgte ihrem Blick. „Geh nur. Ich kümmere mich um sie.“

Aus dem Augenwinkel bemerkte sie das Pergament, das er immer im Gürtel trug.

Draußen zerriss ein Heulen die Stille. Wulbert horchte auf, ging an ihr vorbei die Treppe hinauf. „Das sehe ich mir an. Klingt, als wäre ein Wolf unterwegs.“

Dalia trat zu ihrer Mutter und strich ihr über das graue Haar, das einst so schwarz gewesen war wie ihr eigenes. „Hast du Muschke gesehen?“

Mathild lächelte, die halbfertige Stickarbeit im Schoß. „Der schwarze Kater, der wollte hinaus. Ich habe ihm das Tor geöffnet.“

Dalia seufzte. Jetzt musste sie in den Hof und ihn holen, sonst lag sie die halbe Nacht wach und lauschte dem  Trippeln von Mäusepfoten in ihrer Kammer. „Ich hole ihn rein, Mutter. Schieb den Riegel noch nicht vor, ich bin gleich zurück.“

Mathild nickte und zog die Nadel durch die Luft. Im weißen Stoff eine fahrig gearbeitete Eichel, das Wappen ihres Königreichs, kaum erkennbar.

***

Dalia trat in den Hof. Ihr Atem formte weiße Wolken in der kalten Luft. Durch die dünnen Sohlen ihrer Schuhe spürte sie die feuchten Pflastersteine. Ihr Tuch hatte sie vergessen. Zu spät.

„Miez, miez. Wo bist du, Muschke?“ Es zog kühl um ihre Knöchel.

Vom Schuppen kam ein mürrisches Maunzen. Dort lagerte das Wintergemüse. Jemand hatte Bretter an die Holzwand gelehnt, sie bildeten einen dreieckigen Verschlag.

„Was machst du da drin, Muschke?“ Sie ließ sich auf die Knie fallen und zwängte sich hinein. Das Holz roch nach Harz und feuchter Erde. Im hintersten Eck regte sich ein Schatten. „Komm schon. Es ist fast Nacht.“ Sie tastete nach dem weichen Fell, bis sie genug Halt fand, und zog den Kater an sich. „Hab ich dich.“

Sein flatternder Herzschlag schlug gegen ihre Handfläche, wie der Flügelschlag einer gefangenen Motte. „Was ist los? Wovor hast du solche Angst?“

Rücklings kroch sie unter den Brettern hervor und kehrte zum Tor zurück. Die Flügel waren geschlossen. Sie drückte mit der freien Hand gegen das Holz. Nichts. Sie stemmte die Schulter dagegen, bis ihre Sohlen über das nasse Pflaster rutschten. Das Tor rührte sich nicht.

Hinter der Mauer stimmten die Schlammspringer ihr nächtliches Wehklagen an. Ein Lied aus hunderten Kehlen, bis nichts anderes mehr zu hören war und Dalias Ohren schmerzten.

„Mutter.“ Sie klopfte. Keine Antwort.

„Mutter! Vater! Macht auf!“ Alle Fensterläden waren bereits für die Nacht verschlossen. Drinnen hörte sie niemand.

An seinem Höhepunkt erstarb der schaurige Gesang, abgeschnitten mitten in einem der klagenden Rufe. Die Stille war drückender als der Lärm zuvor. Einen Moment lang hielt Dalia die Luft an, bevor Äste knackend in der Ferne brachen. Aus der Senke zwischen Wald und Feste kamen platschende Laute, gefolgt vom rhythmischen Schlag schwerer Pfoten auf dem aufgeweichten Boden. Stille. Ein Schnauben dicht am Stein. Dalia presste sich gegen das Tor. War das der Wolf, dessen Heulen sie eben noch gehört hatten? Der Kater erstarrte in ihrem Arm, seine Krallen bohrten sich in ihr Fleisch.

Dalia wandte den Kopf zur Mauer, von dort kamen kratzende Geräusche, die sich langsam nach oben bewegten. Etwas zog sich die Mauer hinauf, hechelnd, und der Stein knirschte unter seinem Gewicht. Das war kein gewöhnlicher Wolf. Sie musste sich verstecken, bevor sie herausfand, womit sie es zu tun hatte.

Mit zitternden Knien eilte sie über den Hof, wagte nicht, sich umzusehen. Floh zurück zum Schuppen und kroch auf allen vieren in das Versteck zurück, den Kater an die Brust gepresst. Zwischen den Brettern hindurch sah sie, wie sich eine große Gestalt über den Mauerkamm schob. Die Hinterbeine zu lang. Der Rücken zu breit. Muschke schnurrte, als wolle er sagen: „Hab keine Angst, alles wird gut.“

Hinter ihr knackte es. Ein Vogel stieg kreischend auf. Sie zuckte zusammen, kam mit der Schulter an die Schuppenwand, eines der Bretter verrutschte.

Der falsche Wolf riss den Kopf herum und sprang von der Mauer in den Hof. Mit der Nase am Boden bewegte er sich auf ihr Versteck zu. Dalia presste sich die Hand auf den Mund.

Ein blaues Auge starrte durch den Spalt zwischen den verrutschten Brettern. Erschrocken warf sie sich nach hinten. Das Holz fiel um. Sie lag auf dem nackten Pflaster, den Kater auf der Brust, das Tor wenige Schritte entfernt.

Sie schrie und der Wolf sprang zurück, unschlüssig, ob er fliehen oder angreifen sollte.

Zuerst traf sie der Geruch, faulig und sumpfig, wie ein Hund nach einer verregneten Jagd, und das Abendessen drängte sich ihre Kehle hinauf. Graues Fell, an den Enden schwarz. Unnatürlich lange Hinterbeine. Das war kein Tier, sondern ein Wesen aus der Anderswelt.

Der Wolf gewann als Erster die Fassung zurück, seine Lefzen hoben sich und entblößten drei unterarmlange Reißzähne. Drohend stieg ein tiefes Knurren aus seiner Brust auf.

Sie sahen einander an. „Verschwinde!“ Zischte Dalia ihm entgegen. Beim Klang ihrer Stimme stieß der Wolf ein fauchendes Knurren aus.

Muschke machte einen Buckel, fauchte und rannte geradewegs auf ihn zu.

„Nein!“

Ihre Stimme versagte, der Ruf verkam zu einem Krächzen. Die Kiefer schnappten ins Leere. Der Kater schlug einen Haken, lief durch die langen Beine und war fort.

Enttäuscht sah der Wolf ihm nach, bis er außer Sicht war, und drehte Dalia den Kopf zu.

Die schob sich an der Schuppenwand nach oben, bis sie auf ihren zitternden Beinen stand, raffte das Kleid und rannte, am Pferdestall vorbei, auf das Tor zu. Ein Brüllen in ihrem Rücken.

Heißer Atem, nach faulem Fleisch stinkend, strich über die Haut in ihrem Nacken. Sie ließ sich fallen. Über ihr zerbarst die Wand des Pferdestalls. Die Stalltür war für ein Pferd gebaut. Der Wolf hing darin und kam nicht durch.

Die Pferde schrien. Hufe schlugen gegen Holz. Drinnen schlugen die Hunde an, und über ihr auf dem Wehrgang rief jemand ihren Namen.

Sie kam auf die Knie. Der Wolf warf den Kopf hin und her, schnappte nach dem Pferdefleisch hinter der Wand und versuchte sich zubefreien.

Dalia rannte zum Tor. Sie presste sich rücklings dagegen. Tränen liefen ihr stumm die Wangen hinab. Sie wagte es nicht zu klopfen.

Im Stall stützte sich der Wolf mit den Vorderbeinen an der Wand ab, brach die letzten Bohlen heraus und richtete sich auf. Das war kein Wolf. Hinter sich hörte sie den eisernen Riegel zurückschnappen. Das Tor in ihrem Rücken gab nach. Sie fiel rücklings gegen einen warmen Körper. Ihr Vater, in der einen Hand die Fackel, in der anderen das Schwert. Hinter ihm Jaron, die Klinge gezogen, die Zähne gebleckt.

„Dalia!“ Er sah zwischen ihr und der Bestie hin und her.

Jaron stürmte an ihr vorbei, zu eilig, zu eifrig, dem Wolf entgegen. Eine Pranke fuhr über sein Gesicht, bevor er sie abwehren konnte, riss ihm die Wange auf und schlug seine Waffe fort. Das Schwert landete im Dreck. Jaron fiel zu Boden, die Hand auf die Wunde gepresst. Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor und tropfte auf die Erde.

Wulbert schrie auf, doch seine Tochter war schneller. Dalia riss das Schwert aus dem Dreck und drückte es ihrem Bruder in die Hand. Ihre Finger trafen seine. Ein Kribbeln sprang zwischen ihnen hin und her. Die Luft knisterte. In der Ferne grollte Donner.

„Weg hier“, schrie Jaron. „Lauf.“

Der Wolf stieß sich ab, das Maul aufgerissen, die Klauen gespreizte. Hand in Hand standen Dalia und Jaron im Hof, und einen Atemzug lang bewegte sich nichts, der Wind, das Schreien der Pferde, der lärmende Himmel.

Der Wolf war im Sprung eingefroren, sah sie aus eisblauen Augen an. Dann zerriss ein Blitz den Himmel, Regen stürzte auf sie hinunter und die Zeit raste weiter.

Jaron hob das Schwert und schlug zu. Eine Kralle fiel in den Dreck. Blut spritzte und mischte sich mit Jarons auf dem aufgeschwemmten Boden. Der Wolf heulte auf und wich zurück.

Angestachelt vom Schmerz, setzte er zu einem neuen Angriff auf Jaron an. Da biss ihm Feuer ins Gesicht. Wulbert hatte sich zwischen das Untier und seinen Sohn geworfen, die Fackel voran, und hielt sie dem Tier entgegen, bis das nasse Fell zischte.

„Rein mit dir, Dalia. Verriegele das Tor!“ Wulbert packte sie am Arm und schob sie von sich und Jaron fort.

Sie floh in den großen Saal. Der Balken lag in seinen Haltern neben dem Tor. Sie mühte sich, ihn anzuheben, er war zu schwer und rutschte ihr aus den Händen. Sie rief nach ihrer Mutter. Die antwortete nicht. Durch das halb geschlossene Tor sah sie in den Hof. Ihr Vater stand vor Jaron, die Flamme der Fackel vom Regen gelöscht, qualmte nur noch. Auch das Biest erkannte das.

„Vater!“

Ein nasses Knacken. Die Kiefer schlossen sich um Wulberts Bein. Schmerz durchzuckte ihn und er schrie auf. Jaron stürzte voran und hieb zu, tief ins graue Fell, riss die Klinge frei, und der Wolf war zwei großen Sprüngen an der Mauer. Jaron zerrte den Vater durch das Tor. Zwischen ihren Beinen schlüpfte Muschke herein. Mathild kam den Gang entlang, gemächlich, und legte mit ihnen den schweren Balken vor. Kaum das sie das schwere Tor geschlossen hatten, polterte es von außen davor. Die Torflügel bebten so heftig, dass sich Jaron und Wulbert nochmals dagegen warfen. Es folgten ein zweiter und dritter Versuch des Wolfs, in die Feste zu gelangen, dann gab er auf. Misstrauisch verweilten die Männer in ihrer Position, bevor sie es wagten, ihren Platz aufzugeben und sich zu den Frauen zu stellen.

Mathild trat einen Schritt zur Seite und sah ihre Tochter an. „Kind, was machst du hier unten? Du solltest doch längst im Bett sein.“ Dalia starrte sie an. Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte sich die Mutter weg und schlurfte zurück zum Feuer, zu ihrer Stickerei.

Draußen tobte der Regen gegen die Feste. Dalia wischte sich das Gesicht mit dem Ärmel trocken und entschied, das sie genügend Tränen vergossen hatte.

 

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Der Autor

Ian Newig

Ian Newig schreibt Dark Fantasy auf Deutsch. Kein hübsches Märchen mit dunklem Anstrich, sondern das Märchen in seiner Urform: der alte Glaube, die wandernde Göttin, der Preis jeder Kraft. Siebenbergen ist seine Welt, Rot wie Blut der erste Band der Schneewittchen- Trilogie und das erste Buch im Siebenbergen Universum.

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Ian Newig · Siebenbergen · Für Leser ab 18